Verflechtung

Mike Bruchner - Malerei
Henry Stöcker - Skulptur

In der Ausstellung zeigt Mike Bruchner vor allem Porträts und Stilleben, bei beiden Motiven bedient er sich einer grazilen und feingliedrigen Darstellung. Die weiblichen Figuren sehen fast madonnenhaft und auf gewisse Weise unschuldig aus. Aber so unschuldig sind sie nicht. Schließlich nennt er mehrere von ihnen „Circe“, die einst Picus, der ihre Liebe verschmähte, in einen Vogel verzaubert hat. Alles hat mindestens zwei Seiten und kann sich schnell ändern. Auch die Masken auf den Stilleben dienen der Verwandlung oder die Sträuße, die einerseits schon verwelkt erscheinen und andererseits offensichtlich Blüten tragen.

Henry Stöcker arbeitet nach der Methode der Bricolage mit verschiedenen Materialien. Oft sind es Fundstücke aus Metall, die er zusammenfügt, er verwendet Draht und Gips. In unendlicher Ideenvielfalt erschafft Henry Stöcker geheimnisvolle Objekte, die für den Betrachter sehr anregend sind, oft mehrere Interpretationen provozieren, nicht selten auch humorvolle. Die Arbeiten bewegen sich spielerisch zwischen tatsächlichen und erdachten Dingen und Formen, zwischen Figürlichkeit und Abstraktion. Es ist scheinbar Bewegung vorhanden, obwohl alles statisch ist, Wesen oder einfach nur Draht-Linien transportieren situative Zustände, Empfindungen. Die ungeheure Leichtigkeit der Objekte von Henry Stöcker entsteht aus betonter Balance, einer subtilen Ästhetik und sprühender Sinnlichkeit.
Intertwining

Mike Bruchner – painting
Henry Stöcker – sculpture

Mike Bruchner primarily presents portraits and still lifes in the exhibition, deploying graceful and fine-grained depictions for both motifs. The female figures seem almost Madonna-like and in a sense innocent. They are however actually not so innocent. The artist after all refers to several as “Circe”, who once magically transformed Picus into a bird for spurning her affections. There are at least two sides to everything and change can unfurl rapidly. The masks in the still lifes also effect transformations, as do the bouquets, appearing withered yet at the same time manifestly bearing blooms.

Henry Stöcker works with bricolage methods involving a range of materials. Often he combines found metal pieces or uses wire and plaster. Drawing on an endless spectrum of ideas, Henry Stöcker creates mysterious objects that prove highly inspiring for viewers, frequently sparking multiple interpretations that are quite often also humorous. The works move playfully between actual and imagined things and forms, between the figurative and abstract realm. There appears to be movement in the works, although everything is static; creatures or simply wire lines convey states reflecting particular situations, sensations. The tremendous lightness of Henry Stöcker’s objects stems from a pronounced sense of balance, subtle aesthetics and effervescent sensuality.